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  • AutorenbildTanja

Outdoor Portraits/ meine Challenge 2023

Oder auch meine alte, „neue“ Herausforderung für diesen Sommer.

Ich finde es wichtig, dass man sich Ziele setzt, um zu wachsen. Dass man genau da hinsieht, wo es einem unangenehm ist. Dinge, die einen „fürchten“, oder die man meiden möchte, sind die, bei denen man durchaus was lernen darf. Wachstum passiert nie innerhalb der Komfortzone. Vermutlich habt ihr das auch schon gehört. Ich lebe seit einigen Jahren nach dieser Prämisse und habe es bis heute nicht bereut.

Vermutlich hat sich der eine oder andere über den Titel gewundert, weil ich gerade am Anfang meiner Fotografie nur draußen fotografiert habe. Zu dieser Zeit hatte ich gar keine andere Wahl und wählte alles instinktiv. Ich konnte Lichtsituationen noch nicht erkennen oder für mich analysieren. Es braucht einfach Zeit, um Licht und Schattenverläufe wirklich zu sehen. Sie so zu sehen, dass man sie versteht und deuten kann. Alle, die gerade mit der Fotografie anfangen, möchte ich damit Mut machen. Seid geduldig mit euch selbst. Nur durch Übung, häufige Wiederholung, Analyse und daraus resultierende Korrekturen werdet ihr es lernen. Ohne diese Erfahrungswerte geht es einfach nicht, wenn man Licht bewusst einsetzen möchte, andernfalls bewegt man das Model einfach so lange hin und her, bis es ästhetisch ansprechend ist. Die Möglichkeit habt ihr immer. Aber es ist deutlich einfacher und schneller, wenn ihr wisst, was ihr tut.

2021/2022 war meine Challenge „Licht verstehen“. Ich wollte lernen, Licht zu sehen, um es bewusst einsetzen zu können. Meine Vorstellungen realisieren, ohne lange experimentieren zu müssen. Hierfür ist Blitzlicht ideal, weil man es selbst steuert. Aus diesem Grund habe ich fast ausschließlich Blitzlicht und dann und wann Fensterlicht genutzt, bis ich wirklich gemerkt habe, dass ich das Licht anders sehe. Es gibt immer noch viel zu lernen, aber zumindest habe ich ein tieferes Verständnis erlangt, sodass ich selbst Licht nach meinen Vorstellungen setzen kann. Blitzlicht wurde meine Komfortzone. Ich arbeitete zuerst mit einem und dann mit mehreren Blitzen. Die „Regulierbarkeit“ des Blitzes lernte ich schätzen und lieben.

Irgendwann merkte ich jedoch, dass der Gedanke herauszugehen mich ängstigte. Ich fühlte mich nicht mehr „sicher“. Das Licht ist nicht so vorhersehbar wie ein Blitz und man muss mit dem arbeiten, was da ist.

Deshalb habe ich mir für dieses Jahr die Challenge gesetzt, draußen zu fotografieren.

Durch meine ungeplante Auszeit dieses Jahr konnte ich erst sehr spät mit der Umsetzung starten und ich wählte Fereshte als erstes Model, weil sie eine meiner besten Freundinnen ist und ich wusste, dass ich mich so wohlfühlen würde. Denn ich muss zugeben, dass mich die Situation durchaus verunsichert hat. Aber als das Shooting dann begann, war ich Feuer und Flamme, weil ich merkte, dass ich das Licht jetzt tatsächlich ganz anders sehe, als zu Beginn meiner Fotografie und Licht tatsächlich „nur“ Licht ist. Natürlich gibt es draußen mehr Herausforderungen, aber wenn man das Verständnis hat, macht es einfach nur Spaß und man kann das Licht genauso nutzen, wie beim Blitz.


Nachfolgend werde ich euch zwei einfache Lichtsituationen zeigen, die ihr immer nutzen könnt, wenn ihr draußen seid.


Backlighting/ Gegenlicht



Backlighting könnt ihr ganz wunderbar nutzen, wenn es ein sonniger Tag ist. Sonnenstrahlen sind hartes Licht, die Strukturen verstärken und somit einen sehr dramatischen Look kreieren, mit viel Kontrast. Es hat seinen Reiz, aber auch seine Nachteile, weil die Haut des Models so sehr texturiert erscheinen kann, was nicht gerade schmeichelhaft ist. Am besten funktioniert es, wenn die Sonne bereits etwas tiefer am Himmel steht. Ihr positioniert das Model so, dass die Sonne hinter dem Model steht. Bestenfalls etwas zur Seite verschoben, damit ihr nicht die Sonnenstrahlen direkt in die Linse bekommt. Dadurch entstehen sehr viele „Lensflares“ und das Bild wirkt extrem „ausgewaschen“ und kontrastarm. Am besten ihr verwendet eine Gegenlichtblende, wenn ihr eine habt.

Das Gesicht des Models ist dann im Schatten und automatisch dunkler als der helle Hintergrund. Ihr habt 3 Möglichkeiten.

  1. Ihr brennt den Hintergrund aus, sodass er komplett weiß wird und belichtet so, dass das Model gut ausgeleuchtet ist.

  2. Ihr lasst das Model dunkler und belichtet so, dass noch Details im Hintergrund ersichtlich sind, was mein Favorit ist. Ihr könnt dann entweder in der Nachbearbeitung mit einem Radialfilter das Model aufhellen, oder

  3. Möglichkeit: Ihr hellt das Model mit einem Reflektor auf. Dabei muss es nicht zwangsweise ein mit gebrachter Reflektor sein, sondern ihr könnt auch einen weißen Boden oder eine helle, hinter euch liegende Wand als Reflektionsfläche nutzen. Achtet hierbei aber darauf, dass das zurückgeworfene Licht (gerade vom Boden) nicht zu stark ist. Wenn die Aufhellung der Schatten von unterhalb zu stark ist, wirkt es nicht vorteilhaft.

Open Shade/ Schatten



Bei dieser Form der Beleuchtung sucht ihr Schatten. Ob ihr ein Gebäude, Bäume, oder einen Hauseingang nutzt, um die Sonne zu blocken ist dabei erstmals gleichgültig. Durch den Schatten habt ihr eine gleichmäßige Ausleuchtung auf dem Model, was sich als sehr vorteilhaft auswirkt. Flaches Licht betont weniger stark Falten und Strukturen. Dies ist für ein Portrait durchaus schmeichelhaft. Nachteil ist, dass das Licht sehr kontrastarm, und wenig spannend ist, sodass ihr selbst dafür sorgen müsst, dass das Bild dennoch interessant ist. Spiele mit Posing, Hintergründen, Farben und Perspektive, um die Aufmerksamkeit auf das Model zu lenken und den Betrachter in den Bann zu ziehen.


Ich hoffe, dass ich euch evtl. motivieren konnte, um eure Challenge zu suchen und daran zu wachsen. Es lohnt sich immer, etwas auszuprobieren, worin man (noch) nicht so gut ist. Welche sind denn eure Challenges? Falls es Themen gibt, zu denen ihr euch ein Blogbeitrag wünscht, gibt mir einfach Bescheid.


Eure Tanja

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